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Geld ist nicht alles. Das ist allseits bekannt. Mit zunehmendem Lebensalter wird dies den meisten Menschen bewusster. Und zwar dann, wenn z.B. die Gesundheit nicht mehr das ist was sie einmal war, jeder Schritt schwerer fällt oder man lieber den Fahrstuhl nutzt als die Treppe. Vielleicht hat es auch jeder schon einmal gespürt, als man ein paar Tage im Krankenhaus zubringen musste. Raus gerissen aus dem doch so gewohntem Alltag. Plötzlich zählen die vielen Termine und Herausforderungen, die es tagein, tagaus zu bewältigen gibt, nicht mehr. Unsere Jagd nach Münzen und Banknoten, nach Anerkennung und Macht ist zum Stillstand gekommen. Wieder auf die Beine zu kommen ist nun das oberste Ziel. Koste es was es wolle. Dennoch ist man ohne dem lieben Geld auch irgendwie aufgeschmissen. Die Brötchen beim Bäcker oder die Milch beim Bauern bekommt man eben nicht geschenkt. Und auch das leckere Essen in dem kleinen romantischem Restaurant um die Ecke oder der Besuch in der Oper gehen nicht ohne ein paar Euro in der Tasche.

Es sollte also einen Weg geben. Irgendwo in der Mitte zwischen zu viel und zu wenig. Ohne Druck, Hast und Eile. Doch bevor wir dazu kommen, noch ein anderer Gedanke. Entscheidend sind nicht nur die Einnahmen auf der einen Seite, sondern vor allem auch die Ausgaben auf der anderen Seite. Beides steht in direkter Korrelation zu einander. Ein ausgewogene Verteilung ist Grundvoraussetzung. Jeder der mehr aus einem Topf herausnimmt, als hinein fließt, wird früher oder später einen zunehmenden Druck spüren und nach noch mehr Einnahmen verlangen. Entspannter ist da, eine entgegen gesetzte Verhaltensweise. Ein paar Grundgedanken, wie die Ausgabenseite auf ein einfaches Maß zu reduzieren ist und nebenbei noch mehr Lebensraum und Freiheit geschaffen werden kann, sind auf der Seite "Coaching" aufgeführt.

 

Das Phänomen des Zinses-Zins

So, nun zum Kernthema dieses Beitrages. Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor. Sie besitzen ein Kapital von, nehmen wir einmal an, 5.000 €. Dies schaffen Sie zur Bank Ihres Vertrauens und verzinsen die Anlage fest mit 3 % p.a. Die Kapitalertragssteuer vernachlässigen wir an dieser Stelle, der Einfachheit halber. Dann hätten Sie nach 1 Jahr 5.150 € Vermögen, nach 2 Jahren 5.305 € und nach 3 Jahren 5.464 €. Das ist nicht sonderlich viel und würde gerade einmal die jährliche Inflationsrate ausgleichen. Dass dies keine Spaß macht, kann man verstehen und die meisten Anleger kapitulieren, kündigen die Anlage und fahren von dem Geld in den Urlaub.

Würden sie dies nicht tun und die Anlage statt dessen in Vergessenheit geraten, würde daraus nach etwa 100 Jahren ein stolzer Betrag von 100.000 € entstanden sein und nach weiteren 80 Jahren wäre die erste Million erreicht. Klingt schon besser. Oder? Nur dumm, dass wir das nicht erleben und uns Krisen, Kriege, Inflationen, Deflationen oder andere Katastrophen einen Strich durch die Rechnung machen. Außer wir lassen die Zinses-Uhren etwas schneller drehen und verkürzen die langen Laufzeiten von einem Jahr um die besagten 3 % Gewinn zu erzielen. Wie kann das gehen?

 

Der Spielplatz

Die Börse wäre eine Antwort darauf. Ein aufgeblähtes Konstrukt, in dem an vielen Stellen Moral und Ethik Fremdwörter geworden sind. Früher diente die Börse dazu, Menschen die gute Ideen hatten, mit Menschen die Geld hatten, zusammenzubringen. Man gründete eine Aktiengesellschaft und brachte auf einfache Weise den Unternehmer - der die Ideen hatte - mit dem Investor - der das Geld hatte - zusammen. Die Finanzwirtschaft diente damit der realen Wirtschaft. Stieg ein Investor aus, konnten andere Investoren einsteigen. Das war der Börsenhandel in der ursprünglichen Form. Geld und Ideen zusammenbringen, zum Wohle der gesamten Wirtschaft und der Bevölkerung. Doch was ist daraus geworden? Hatchfonds kaufen erfolgreiche Unternehmen auf, zerschlagen diese, um dann die gewinnbringendsten Firmenteile zu veräußern. Oder so genannte Derivate. Das sind Wetten, die auf ein Steigen oder Fallen von Aktienkursen spekulieren, so z.B. Grundnahrungsmittelpreise wie Mais, Soja, Reis oder Getreide. Das mag gewinnbringend sein. Das dabei allerdings genau die Menschen leiden, die eh schon wenig zu essen haben, vergessen viele. Daran werden wir an dieser Stelle leider nichts ändern können. Bedienen wir uns also einfach dem Irrsinn "Börse" ein wenig und schaffen dafür an anderer Stelle einen Ausgleich. Den Fokus richten wir dabei auf deutsche, im DAX notierte Aktien und auf Aktien solider und bekannter Firmen. Der Handel mit Grundnahrungsmitteln oder Beteiligungen an Hatchfonds wird hier konsequent ausgeschlossen. 

Schaut man sich die Tageskurse (z.B. Adidas) an, so kann man feststellen, dass es ein regelmäßiges Auf und Ab ist und das es in 2014 viele Möglichkeiten gegeben hätte 3% oder mehr Gewinnsteigerung mitzunehmen. Nun ist dies im Nachhinein natürlich leicht zu erkennen. Die Kunst besteht darin, mögliche Einstiegspunkte zu finden, Aktien zu kaufen, sich eine reelle Deadline für den Verkauf zu setzen und dann konsequent zu handeln.

3% sind besser als 10%

3% nach wenigen Tagen ist besser als 10% nach einem Jahr. Hier zählt: Kleinvieh macht auch Mist. Und der Zinses-Zins-Effekt wird wahre Wunder verbringen. Schafft man es, auf diese Weise monatlich nur einen erfolgreichen Kauf-Verkauf zu erzielen, verkürzt sich die Zeit bis zur ersten Million bereits auf 15 Jahre (bei einem Startkapital von 5.000 €). Schafft man es wöchentlich, sind es nur 3,5 Jahre. Jetzt wird es interessant. Oder? Soviel zur Theorie. Die Praxis sieht natürlich anders aus. Und all zu leicht würde es ja auch keinen Spaß machen. Natürlich kann zwischendurch der Kurs auch einmal einbrechen. Dann gilt es frühzeitig auszusteigen oder abzuwarten bis er sich erholt hat. Das kann Monate oder im schlimmsten Fall sogar Jahre dauern. In der Ruhe liegt auch hier die Kraft. Fallen die Kurse, könnte man z.B. das erste Aktiendepot einfach so weiter laufen lassen, ohne hastige Verkäufe. Hat man in der Vergangenheit auch weiterhin ein wenig 'Spielgeld' zur Seite legen können, kann man jetzt ein weiteres Aktiendepot eröffnen und startet wieder mit z.B. 5.000 €. Diesmal zu einem Zeitpunkt, zu dem der DAX vermutlich im Keller ist und nur eine Richtung einschlagen kann. Nach oben.

Empfehlenswert ist ein wenig mit sogenannten Musterdepots zu üben. Das sind virtuelle Depots die den 'Echten' sehr ähnlich sind. Der einzige Unterschied besteht darin, dass kein echtes Geld eingesetzt wird und man sich die Gewinne am Ende nicht auszahlen lassen kann. Dafür kann man aber auch nichts verlieren. Auf der rechten Seite sind die einzelnen Trades eines geführtes Musterdepots abgebildet. Aktuelle Käufe/Verkäufe werden dort regelmäßig ergänzt und sollen die Theorie am praktischen Beispiel bestätigen. Diese Ergebnisse sind nicht aus tagelangem studieren der verschiedensten Analysetechniken und Chart-Auswertungen entstanden. Oft genügt ein kurzer Blick in die Nachrichtenwelt und der klare Menschenverstand kann eine grobe Tendenz des Kursverlaufes bestimmter Firmen in mittlerer Zukunft erkennen. Meist wurden vor einem Kauf nur wenige Minuten Zeit investiert und dabei auch gleich der Aktienpreis festgelegt, zu dem die Aktien wieder veräußert werden sollen. Dies kann problemlos in den Depots verwaltet werden. Sobald die Aktie dann den Wert erreicht hat, wird ohne weiteres Dazutun verkauft. Die Zeitinvestition liegt damit im Durchschnitt bei etwa 15 Minuten pro Kauf und Verkauf. Und es hat noch einen genialen, vielleicht sogar den wichtigsten, Vorteil. Man braucht sich nicht übermäßig viel mit dem Aktienmarkt beschäftigen und hat so seine Gedanken frei für andere, wichtigere Dinge des Lebens.

 

* Bitte beachten: Alle Angaben stellen lediglich ein paar Überlegungen dar und müssen so nicht eintreten. Es kann keine Garantie auf Richtigkeit oder Eintreten dieser gegeben werden. Wer sich unsicher ist, sollte lieber einen Bekannten fragen der sich ein wenig damit auskennt und der weiß was er tut. Und man sollte auch nicht all zu verbissen handeln. Es sollte Spaß machen und selbst im Falle eines kompletten Verlustes kein all zu großes Loch in die Haushaltskasse reißen. Ein absolutes No-Go ist es, sich für derartige Spekulationen Geld zu leihen was man selbst nicht besitzt.